Stadtmagazin Siegessäule – Die “Berliner Pädo Debatte” und ein unbequemer Zeitzeuge

[ Autor von diesem Artikel: Leonard Forneus ] [ Verfasst am 31 Juli 2015 ]

Auch das Berliner schwule Stadtmagazin “Siegessäule” zeigte in den 80er Jahren politische Tendenzen, die aus bürger- und menschenrechtlicher Sicht unerträglichen Bestimmungen im Sexualstrafrecht kritisch zu hinterfragen.

Im Kontext mit der verlogenen ewiglangen “Grünen Aufarbeitung” nimmt man sich auch in der inzwischen eher unpolitischen Redaktion des kostenlosen schwulen Stadtmagazins dieser Vergangenheit an und fährt zumindest bisher einen Schlingerkurs, der sich tendenziell dem repressiven Zeitgeist anbiedert aber ansatzweise auch eine andere Meinung zulässt als jene, die heute als Einheitsmeinung (“heutige Sichtweise”/”gesellschaftlicher Konsens“) laufend medial propagiert wird. Ein naheliegender Zeitzeuge war und ist hier der Mitbegründer der Siegessäule und des Hamburger Pendants “Hinnerk” Kurt Hartmann, der zeitgleich auch bei den Berliner Grünen, die sich zu der Zeit “Alternative Liste” (AL) nannten politisch aktiv war. Er tritt auch heute noch für die gleichen, und heutzutage im Angesicht des schärfsten und menschrechtswidrigsten Sexualstrafrechts, welches die BRD seit ihrer Gründung kannte, Ziele ein wie in den 80er Jahren. Kurt Hartmann gab der “Siegessäule” für die Juli-Ausgabe ein auführliches Interview (liegt hier im originalen Wortlaut vor), welches sich in dem nachfolgend auszugsweise zitiertem Artikel von Daniel Segal in dieser Ausgabe der Zeitschrift nur bruchstückhaft wiederfindet:

 

 

Die Berliner Pädo-Debatte

Am 20. Mai 2015 stellten die Berliner Grünen ihren Bericht zum Umgang mit innerparteilichen pädophilen Strömungen vor allem in den 80er-Jahren vor. „Wir schämen uns”, sagte das Vorsitzenden-Duo Daniel Wesener und Bettina Jarrasch, denn in der Alternativen Liste (AL), der Vorläuferorganisation des Berliner Landesverbands von Bündnis 90/Die Grünen, wurde auch zwei wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Straftätern politischer Raum gewährt – zu groß war die Solidarisierung mit den vermeintlichen „Opfern” einer repressiven Gesetzgebung. Der Bericht erwähnt aber auch andere schwule Institutionen wie das SchwuZ, die AHA und die SIEGESSÄULE, die sich immer wieder „pädofreundlich” geäußert habe. Wir wollen das aufklären, haben uns die alten Artikel angesehen und mit Autoren von damals gesprochen.

„Jeder Mensch, unabhängig von Geschlecht und Alter, hat das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Deshalb fordern wir die Entkriminalisierung von einvernehmlicher Sexualität bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern.” Eine Wahlbroschüre der Berliner Grünen von 1981 macht schnell deutlich, welches gesellschaftliche Klima damals dazu führte, dass in alternativen Kreisen immer wieder über eine Reform des Sexualstrafrechts diskutiert wurde. Ziel war das endgültige Entstauben einer prüden Sexualmoral.

„Im Hitlerfaschismus wurden auf der Grundlage der Paragrafen 174–176 Schwule und Lesben … verfolgt”, mahnte etwa das Schwulenprogramm der AL anlässlich der Berliner Wahlen von 1985. Immer wieder diente diese moralische Grundlage – neben pseudowissenschaftlichen Erklärungen – dazu, die Streichung des kompletten Sexualstrafrechts zu fordern.”

Auch bei der damaligen SIEGESSÄULE-Berichterstattung sieht der Grünen-Bericht eine „deutliche Sympathie für die Abschaffung der Paragrafen 174 und 176 StGB“. In der Ausgabe vom Oktober 1984 beispielsweise schreiben die Autoren Kurt Hartmann und Erwin (Nachname war auch im Gespräch mit Zeitzeugen nicht zu eruieren, Anm. d. Red.) einen Ankündigungsbericht zum AL-Sexualitätsforum: „Der AL-Schwulenbereich erhofft sich … Gemeinsamkeiten und Perspektiven für eine angestrebte Strafrechtsreform, die über die Forderung nach der … Streichung des Paragrafen 175 hinausgeht.“ Ein Fazit über das Sexualrechtsforum zog schließlich der 1992 verstorbene SIEGESSÄULE-Autor Andreas Salmen im Dezember 1984, in dem er kritisiert, dass die Forderung nach Abschaffung der Paragrafen 174 und 176 klar abgelehnt wurde. Vor allem Frauen hätten hier ihre Bedenken geäußert, und die AL müsse jetzt aufpassen, keinen „rechtspolitischen Weg“ einzuschlagen (…)

Im SIEGESSÄULE Gespräch distanziert sich Albert Eckert heute eindeutig von seiner damaligen Haltung: Im Nachhinein würde ich sagen, dass ich – wie viele andere auch – den Pädos auf den Leim gegangen bin. Es ist klar, dass es durch den Altersunterschied ein extremes Machtgefälle gibt.“ (…)
SIEGESSÄULE-Mitbegründer Kurt Hartmann ist allerdings bis heute von der Möglichkeit des „einvernehmlichen“ Sex überzeugt und beruft sich dabei unter anderem auf Grundgesetzartikel 2, in dem die „freie Entfaltung der Persönlichkeit“ festgelegt ist, „soweit nicht die Rechte anderer verletzt“ werden. Kurt Hartmanns Interpretation dieses Passus lautet: „Das heißt, jeder kann mit jedem einvernehmlichen Sex machen, so viel er/sie will.“ In Hartmanns Augen sei ein „Machtgefälle“ nämlich „noch lange kein Machtmissbrauch“. (…)”

 

Quelle/vollständiger Text – ist in der Juli-Ausgabe der “Siegessäule” zu finden.

 

Zunächst greift Autor Daniel Segal auf den verheuchelten Bericht der Berliner Grünen zurück, über den hier ja bereits ausführlich berichtet wurde. (siehe Linkhinweise am Ende des Artikels) Als ehemaliger AL-Aktivist spielte auch hier Kurt Hartmann die “Rolle” des letzten aufrechten Vertreters in Bezug auf einen bürgerrechtlich kritischen Umgang mit dem Sexualstrafrecht einschließlich seiner laufenden grundgesetzwidrigen Verschärfungen. Herr Segal bedient sich hier leider in der Formulierung der ideologischen Vorgaben der systemtragenden Missbrauchslüge indem er unter anderem ausführt:….”zwei wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Straftätern politischer Raum gewährt – zu groß war die Solidarisierung mit den vermeintlichen „Opfern” einer repressiven Gesetzgebung“… Auch dieser vom Zeitgeist und dazugehöriger Obrigkeitshörigkeit erfasste Verfasser erkennt nicht, dass Menschen, die Opfer von menschenverachtenden und verfassungswidrigen Gesetzen wurden sehr wohl das Recht  (in einem angeblichen Rechtsstaat) hatten und haben sich politisch zu artikulieren und zu engagieren um gegen ein Unrecht von dem sie selbst erheblich durch eine repressive Staatsgewalt geschädigt wurden zu wehren sowie für eine menschenrechtskonforme Reform zu kämpfen. Es hätte eigentlich beim verfassen dieses Artikels auffallen müssen, dass ein derartiges Engagement für Menschen- und Bürgerrechte in den frühen 80er Jahren möglich war während so etwas in unserem heutigen neuen dunklem  Zeitalter undenkbar wäre und allein ein von der verordneten Einheitsmeinung abweichendes politisches Engagement früher oder später zur Kriminalisierung führt. (Erfahrungswert) Daher ist es natürlich unangebracht das Wort “Opfer” in Anführungszeichen zu setzen.  Leider verraten solche Satzzeichen auch an anderen Stellen wessen Geistes Kind dieser Schreiberling ist. Wenigstens zitert er einige der elementar wichtigen und heute erst recht richtigen Aussagen der Vergangenheit. Diese würde ich objektiv und rational betrachtet allerdings weniger als “pädofreundlich” bezeichnen sondern vielmehr mit Begriffen wie repressionskritisch, menschenrechtskonform oder bürgerechtlich beschreiben. Das damalige gesellschaftliche Klima kann im Gegensatz zu heutigen moralinsauren verheuchelten dogmatisch verordneten Eineheitsmeinung als pluralistisch, offen und kritisch bezeihnet werden und es wird offensichtlich was wir in diesem Lande über die Jahrzehnte verloren haben. Angesichts der heutigen Gesetzeslage auf diesem Gebiet wäre eine eine Reform (sprich Abschaffung) des Sexualstrafrechts nicht mehr nur ein  “Entstauben einer prüden Sexualmoral.” sondern eine dringend notendige Wiederherstellung rechtsstaatlicher Verhältnisse und Beendigung schwerer staatlicher Kriminalität durch Verfolgung und (sozialer) Vernichtung unschuldiger Menschen. Ebenso war die Wissenschaft der damaligen mitnichten eine “Pseudowissenschaft” sondern es konnte unter den genannten gesellschaftlichen Bedingungen frei und ergebnisoffen geforschrt werden. Dies ist heutzutage in einem vergifteten, bigotten und repressiven gesellschaftlichen Klima undenkbar. Heute wird in diesem Bereich qausi im staatlichen Auftrag eine Pseudowissenschaft betrieben, die eben nur als Sexualeugenik im Sinne von “Kein Täter werden” bezeichnet werden kann. Vermeintliche Sexualwissenschaft ist heute eine willige Hure staatlicher Machtinteressen. Eine Scheinwissenschaft, die alles für “krank” oder “gestört” erklärt was aktuell in den entsprechenden Gesetzen, wie unter anderem §§ 174, 176, 176a, 182, 184b, 184c StGB steht und sich dabei jeder weiteren Verschärfung anpasst sollte erkennbar als Pseudowissenschaft mit unlauteren Absichten erkannt werden. Diesen willfährigen Psycho-Schamanen geht es im staatlichen Auftrag nur darum vermeintliche “Volkschädlinge” zu erfassen und “unschädlich” im Sinne der vorgegebenen Ideolgie zu machen. In einem nicht hier zitierten Teil des obigen Siegessäule-Artikels  kam ntürlich auch wieder ein Vertreter des staatsfinanzierten sexualeugenischen Gehirnwäschenetzwerkes  “Kein Täter werden” zu Wort und konnte seinen üblichen verheuchelten missbrauchideologischen Sermon ablassen. Da es sich hier immer um den gleichen zusammengelogenen Müll handelt war es unnötig diesen Teil hier zu zitieren.

An Äußerungen wie der von Albert Eckert läßt sich der heutige Zeitgeist der vorgeheuchelten Anbiederung an eine manipulativ aufgezwungene dogmatische Einheitsmeinung  sehr schön erkennen. Nahezu roboterhaft betet Albert Eckert eine Kurzform des (Glaubens-)Bekenntnisses der systemimmanenten Missbrauchsideologie herunter und kommt auch wieder mit dem Schwachsinn von dem Machtgefälle. Es sei daran erinnert, dass wir in einem politischen System leben, dass nicht zuletzt auf extreme Machtgefälle bzw. Klassenunterschiede aufgebaut ist und von den daraus resultierenden Ungerechtigkeiten und Machtmissbrauch essenziell profitiert. Gerade bei intimen Beziehungen zwischen erwachsenen Menschen und sogenannten “Minderjährigen” ist eher davon auszugehen, dass sich hier ein eventuelles Machtgefälle zugunsten des Jüngeren umkehrt. Nein!, Herr Eckert, Sie sind niemanden auf den “Leim” gegangen. Sie haben es damals nur gewagt frei, vernünftig und human zu denken und dafür entschuldigen Sie sich jetzt. Ein Umstand der beschämend ist. Kurt Hartmann hingegen gehört zu den wenigen Ausnahmen, die auch heute noch wagen Rückgrat zu zeigen und zu den damals wie heute einzig richtigen, da vernünftigen, Positionen in dieser Frage stehen und nach wie vor für Menschlichkeit, Rationalität, Menschen- und Bürgerrechte sowie für die sexuelle Selbstbestimmung aller Menschen eintreten. Somit gilt heute mehr denn je die zwingende Notwendig der Forderung nach Abschaffung aller entsprechenden Strafgesetze bzw. der Abschaffung des kompletten Sexualstrafrechts, (13. Abschnitt des StGB) Da das Thema weiterhin in der Siegessäule behandelt werden soll ist geplant ein erneutes Interview mit Kurt Hartmann zu führen. Dies soll dann durch einen anderen Autor des Magazins geschehen, der möglicherweise in der Lage ist unabhängiger und kritischer zu schreiben. Für weitere thematisch relevante Informationen siehe auf dieser Webseite unter anderem:

 

Grüne Aufarbeitungshysterie live in Hamburg – Ein Erfahrungsbericht

Pubertätsmystik- extended- von Kurt Hartmann

Positionen zur Sexualpolitik – von Kurt Hartmann

Grüne Aufarbeitungshysterie – Exorzismus in Berlin – wie man den Teufel der Vernunft und sexueller Selbstbestimmung sicher austreibt – Teil 1

Grüne Aufarbeitungshysterie – Exorzismus in Berlin – wie man den Teufel der Vernunft und sexueller Selbstbestimmung sicher austreibt – Teil 2

26.01.2015 – Rechtsstaat endgültig BRDigt – Verschärftes Sexualstrafrecht in Kraft getreten

Durchgewunken: Gesetzesverschärfungen im Sexualstrafrecht – Rechtsstaat endgültig abgeschafft

Einfach zum kotzen: Wie sexualeugenische Pseudowissenschaft staatspolitisch rumhurt..

Wenn sich Pixel an Pixeln vergreifen

siehe auch:

K13-Online:  Berliner Siegessäule Magazin Juli 2015 zur Pädophilie-Debatte: Deutliche Sympathie für die Abschaffung der Paragrafen 174 und 176 StGB in den 1980er Jahren

 

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