Felix Rexhausen und die Menschenrechte

[ Autor von diesem Artikel: Leonard Forneus ] [ Verfasst am 12 Dezember 2015 ]

Wie hier berichtet gab es in jüngster Zeit reichlich Wirbel um den 1992 in Hamburg verstorbenen Journalisten, Schriftsteller und Menschenrechtsaktivisten Felix Rexhausen. Zunächst ging es um einen Preis den der kleine Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen  (BLSJ) regelmäßig vergibt. Dann sollte ein unscheinbarer Platz nördlich des Kölner Hauptbahnhofes nach ihm benannt werden. Ebenso wie die absurden Streitgkeiten bezüglich des Preises ging es um absurde Vorwürfe der “Verherrlichung von Pädophilie”  infolge seines Romans “Berührungen”. Ursprung dieser Hetze waren Artikel des homosexuellen rechtskatholischen Publizisten David Berger. Nach einer Verzögerung wurde der kleine Platz nun am 10.12. – dem “Tag der Menschenrechte” nun nach Rexhausen benannt.

Begleitend dazu setzte sich der oben genannte verbale Streit fort. Dabei wurde auch die rechtspopulistische Kleinpartei “Pro-Köln”   Letztlich zeigte sich wieder Heuchelei auf allen Seiten.  Zunächt einmal einige Auszüge eines Artikels des politisch angepassten schwulen Online-Magazin “Queer.de” :

 

 

“Pro Köln” will am 10. Dezember gegen die Ehrung des schwulen Journalisten und Mitbegründers von Amnesty International protestieren.
Gegen die geplante Einweihung des Kölner Felix-Rexhausen-Platzes am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, gibt es weiter Widerstand – vom ehemaligen “Männer”-Chefredakteur David Berger sowie von der rechtsextremen Kleinpartei “Pro Köln”. Während der schwule Theologe in der “Huffington Post” und in sozialen Netzwerken weiter gegen eine Ehrung des Journalisten und Mitbegründers von Amnesty International anschreibt, kündigte die im Stadtrat vertretene Wählergruppe eine Mahnwache um 11 Uhr parallel zur Einweihungszeremonie an. “Wenn der Bund lesbischer und schwuler Journalisten (BLSJ) sich einen “Felix-Rexhausen-Preis” ausgedacht hat und den auch jährlich vergibt, ist das eine Angelegenheit innerhalb der schwulen Community”, heißt es einer Pressemitteilung von “Pro Köln” vom Mittwoch. “Wenn man aber einen öffentlichen Platz nach Felix Rexhausen benennen möchte, dann hat es eine andere Dimension und sollte auf jeden Fall abgelehnt werden.” Der schwule Vorsitzende der Kleinpartei, Michael Gabel, habe daher “eine kritische Mahnwache mit Infopavillon am Ort des geplanten Geschehens angemeldet”, heißt es in der Pressemitteilung. “Pro Köln ist auch in dieser Angelegenheit ‘Anders als die Andern’, besonders im Gegensatz zu den links-grünen ‘Verstehern’ mit notorischer Skandalvergangenheit.” Auf ihrer Facebook-Seite schreibt “Pro Köln”: “Versalzen wir der links-grün politisierenden Homolobby die Suppe! Protest statt feierliche Einweihung des Platzes! Nehmt alles mit, was schön laut ist.” Ursprünglich sollte der bislang namenslose Platz am nördlichen Ende des Kölner Hauptbahnhofes bereits am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie, nach dem schwulen Journalisten Felix Rexhausen (1932-1992) benannt werden. Der Termin war jedoch vom Bezirk abgesagt worden, nachdem David Berger Rexhausen in einem Beitrag für die “Huffington Post” vorgeworfen hatte, ein “Sympathisant der Pädosexualität” gewesen zu sein und diese “verherrlicht” zu haben (queer.de berichtete). Dabei ging es ausschließlich um sein unter Pseudonym veröffentlichtes Buch “Berührungen” aus dem Jahr 1969. (…) Der BLSJ, von dem die Ehrung Rexhausens mit einem Platz ausgegangen war, hatte sich bereits im Mai in einer Stellungnahme dagegen verwahrt, “dass ein verdienter Autor auf dem Altar einer populistischen ‘Vergangenheitsbewältigung’ geopfert” werde: “Rufmord und sexuelle Denunziation” seien zu verurteilen (…) “Bei manchen brennen in ihrem inquisitorischen Furor offensichtlich alle rechtsstaatlichen Sicherungen durch.” (…) Den Kölner Kommunalpolitikern lag zudem eine Stellungnahme des Centrums Schwule Geschichte (CSG) vor. Dessen Fazit: “Rexhausen mag für Jugendliche geschwärmt haben, die heute gültigen Gesetze verletzt er nicht, ist deshalb auch nicht als pädophil zu bezeichnen, höchstens als ephebophil.” Das Buch beschreibe an drei Stellen Sex von Erwachsenen mit Jugendlichen, von denen keiner unter 15 Jahren sei, sowie “auf neun Zeilen pubertäre Sexspiele eines 14-Jährigen mit einem 11-Jährigen”. Strafrechtlich relevant sei das alles nicht, (…)”

 

Quelle/vollständiger Text: Queer.de: Falsche Pädo-Vorwürfe Köln: Rechtsextreme planen Mahnwache gegen Felix-Rexhausen-Platz

 

Der “Tag der Menschenrechte” ist durchaus ein passender Termin um einen homosexuellen Schriftsteller und Menschenrechtler zu ehren. Anders als die linksgrünen Zeitgeistheuchler und die unerträglichen rechten Demagogen wird Felix Rexhausen noch die eigentliche Bedeutung der Menschenrechte gekannt haben und würde diese auch richtig definieren können. Nicht zuletzt der umstrittene Roman “Berührungen” zeigt dies deutlich. Immerhin entstanden in einer Zeit als man noch offen und ehrlich über wesentliche Verhaltenweisen in der schwulen Szene schreiben konnte und ephebophile bzw. päderastische Erlebnisse eben dazugehörten, denn sie haben ja auch niemanden geschadet. Nun wittert man bei der unglaubwürdigen lokalen Rechtaussenpartei “Pro-Köln” einen “Pädo-Skandal”, den man zusammen mit Herrn Berger politisch ausschlachten kann. Es ist allerdings schon im höchsten Maße erschreckend, dass man den Termin verlegte, weil man erst (heuchlerisch) “prüfen” wollte, ob an den “Vorwürfen; ein Sympathisant der Pädosexualität” zu sein etwas dran sein könnte. Was wäre, ganz im Sinne der Menschenrechte, denn so schlimm wenn es so wäre, einmal völlig abgesehen von der Tatsache, dass die Formulierung dieses “Vorwurfs” bereits eine absurde und irrationale Verbalinjurie darstellt. Offensichtlich wusste Rexhausen ganz selbstverständlich, dass homosexuelle generationsübergreifende Kontakte von Männern mit männlichen Jugendlichen und älteren Kindern etwas völlig normales sind, von beiden Seiten gewollt und einverständlich praktiziert. Ich komme später auf diese ungeliebte Tatsache zurück.

Nun sind es in diesem Lande in Sachen Sexualpolitik und Strafrecht nicht unbedingt rechte Demagogen wie Berger, “Pro-Köln” und einige andere, denen an entscheidener Stelle ihr inquisitorischer Furor alle rechtsstaatlichen Sicherungen durchbrennen lassen sondern die gesetzgebenden Politiker und die Justiz, die diese menschenrechtswidrigen Gesetze mit krimineller Energie und inquisitorischer Konsequenz durchsetzen. Es sind Gesetze, wie §§ 174, 176, 176a, 182, 184b, 184c und 184d  StGB , die den Rechtsstaat ausgehebelt und letztlich zerstört haben. Es sollte also niemanden wundern wenn heuchelnde moralpanische religiös verblendete Moralhysteriker sich ermuntert fühlen in vorauseilenden Gehorsam (die nächste Verschärfung des Sexualstrafrechts kommt bestimm) einen Schritt weiterzugehen und letztlich nur die konsequente Umsetzung jenes Ungeistes einfordern, der sich in den Gesetzen und im Zeitgeist nur allzu deutlich zeigt. Wenigstens das Centrum Schwule Geschichte wagt sich ein wenig näher als die vermeintlich “linksgrünen” (wirklich politisch Linkes findet in der öffentlichen Wahrnehmung schon  lange nicht mehr statt) Heuchler an die Wahrheit heran und versucht nicht, offensichtliche Tatsachen zu unterschlagen sondern benennt sie vorsichtig, wenn auch die aktuelle Strafbarkeitsrahmen unterschätzt wird.

Werfen wir jetzt einmal einen gruseligen Blick in Auszügen auf die blindwütigen Hetzereien der rechtskatholischen Moralfront:

 

 

“Kapitel 39 der „Berührungen“: Die „Bübchen“-Sprache ist ein quantitatives Phänomen (8-mal Bübchen). Und die einschlägigen Pornostellen mit Phantasien vom „langsamen Schlafschweiß um seinen Sack“ beim Stalking des „ungefähr“ 14-jährigen Jungen und dessen ungefähr 2 Jahre jüngeren Bruder … Da heißt es: „Ich möchte seinen warmen Hintern sehen, die Linie wo die Haare seiner Oberschenkel aufhören, die harten Spitzen der Hüftknochen über seinen Leisten, möchte meinen Blick in seinen Schoß betten….(…) Gerade die Grünen um ihren Kölner Vorzeige-Schwulen Volker Beck scheinen aus ihrem Pädophilie-Skandal und schlimmen Kindesmissbrauchsfällen in ihren Gründerjahren wenig gelernt zu haben! (…)Und selbstverständlich ist Andreas Hupke, der grüne Bezirksbürgermeister der Innenstadt, ebenfalls weiter für die öffentliche Ehrung von Felix Rexhausen. (…) Obwohl sich Felix Rexhausen nach übereinstimmender Meinung kritischer Fachleute und Weggefährten zumindest in einer pädosexuellen Grauzone bewegt hat, soll ein öffentlicher Platz in der Nähe des Hauptbahnhofes nach ihm benannt werden! Was für ein Skandal! In der öffentlichen Ehrung der Person Rexhausen in Form einer Platzbenennung wird ein Nebenschauplatz installiert, bei dem das eigentliche Problem des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Gewalt an Kindern und Jugendlichen auf das Abstellgleis geschoben wird. (…) Die Bürgerbewegung PRO KÖLN lehnt dagegen die geplante Platzbenennung vehement ab. Opferschutz statt Tätersprache! Kein Missbrauch oder sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen! PRO KÖLN ist auch in dieser Angelegenheit “Anders als die Andern” 

 

(…)

 

Die Stadt Köln bereitet sich derzeit auf die Einweihung eines Felix-Rexhausen-Platzes hinter dem Kölner Hauptbahnhof am 10. Dezember vor. Dagegen gibt es seit Monaten Proteste, da Rexhausen in seinen Schriften sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendlich verherrlicht.
Besonders Menschen, die in ihrer Kindheit von sexuellem Missbrauch betroffen waren, melden sich nun erneut, kurz vor der Einweihung des Platzes zu Wort. So etwa die Aktivistin Beate Lindemann. Für sie ist die Ehrung Rexhausens eine mehr oder weniger offene Verherrlichung sexueller Gewalt an Minderjährigen. (…) Dass Rexhausen in seinem bekanntesten Buch Sex mit minderjährigen, 14-jährigen Jungs nicht nur bagatellisiert, sondern geradezu verherrlicht, interessiert die übrigen politisch Verantwortlichen offensichtlich nicht. Bei diesen möchte man offensichtlich einem Konflikt mit dem „Bund lesbischer und schwuler Journalisten”, von dem die Idee zur Platzbenennung kam und der sie verbissen vorantreibt, aus dem Weg gehen. Rexhausen brüstet sich damit, dass er seine Wohnung für den Missbrauch von Kindern zur Verfügung stellte (…) Das betrachtet er aber offensichtlich nur als persönliche Vorliebe, denn er stellt einem Freund, der auf Kinder, die noch keine Schamhaare haben, besonders scharf ist, immer wieder seine Privatwohnung für Sextreffen zur Verfügung, damit er sich dort vergnügen kann. (…) Sobald aber die ersten Schamhaare sprießen, ist auch Rexhausen voll in seinem Element: (…) Und so rät er den „süßen Jüngelchen”, wie er die von ihm präferierten pubertierenden Jungs nennt, sich „so viel lustiges Leben zu machen, wie irgend möglich”. Angesichts des psychischen Leids, das viele Missbrauchsopfer ihr Leben lang begleitet, klingt es geradezu wie Hohn, wenn er im Anschluss daran schreibt: „Später werden sie’s sowieso unlustig haben.”(…)Auch heiße Urlaubstipps für Knabenliebhaber bietet Rexhausen in seinem Buch. Was heute manchen die Länder des Ostblocks oder Thailand, das war damals offensichtlich Tunesien:„Bei den Negern” dort „bleiben nicht viele Knaben ungefickt”. (…)

 

Quellen/vollständige Texte:

pro-koeln.org: Pädophilie-Debatte: Felix-Rexhausen-Platz als falsch verstandenes Signal des “anything goes”

Huffingtonpost (Blog – Dr. David Berger): Köln wird Verharmloser des Kindesmissbrauchs mit eigenem Platz ehren

 

Es zeigt sich hier in aller Deutlichkeit ein ideologischer Irrsinn, der allerdings strenggenommen nur eine staatstragende Doktrin wiedergibt.  Der Roman “Berührungen” muss für wilde Ausbrüche von “Kinderschänderhysterie” herhalten und wird (entsprechend der gegebenen strafrechtlichen Gesetzeslage) als Berweis genommen, für die “pädosexuelle” Grenzlage in der sich der Menschenrechtler Rexhausen befunden haben soll.  Allein dies ist dann natürlich ein “Skandal” und passend zur systemimmanenten Missbrauchsideolgie findet man auch wieder auf magische Art irgendwelche Opfer, die ja immer unterstellt werden, wenn eine Person unter 18 an irgendeiner Form von Sexualität beteiligt ist. Plötzlich geht also um “Opferschutz” in einem Bereich sexueller Selbstbestimmung indem es keine Opfer und damit auch keine Täter gibt.  Genau wie es dem Wortlaut der oben aufgezählten Gesetze entspricht schmeisst man hier alle möglichen und unmöglichen Dinge in einen Topf.  Diese demagogischen sinnverzerrenden Satzschöpfungen haben allerdings mit Felix Rexhausen und seiner literarischen Darstellung von einvernehmlicher Erotik zwischen Männern und männlichen Jugendlichen herzlich wenig zu tun. Vielmehr zeigen die höchstwahrscheinlich auf Tatsachen beruhenden Schilderungen intimer Beziehungen zwischen Männern und Jungen, dass diese eben freiwillig und einverständlich sind und von allen Beteiligten genossen werden. Begriffe wie “Opfer” und “Täter” sind hier nicht nur fehl am Platze sondern stellen eine Diffamierung sexueller Selbstbestimung dar.  Nun scheinen Herr Berger und die Kölner Rechtsausleger völlig vergessen (falls sie es jemals gewusst haben sollten) zu haben, was Menschenrechte per Definition sind und welchen Inhalt sie transportieren. Menschen- und ebenso Bürgerrechte schützen die Menschen vor staatlichen Gewaltübergriffen und somit vor Willkür; auch vor jener moralischer Art. Wer Raum zur Verwirklichung repressiv unterdrückter sexueller Selbstbestimmung und damit zur freien Entfaltung der Persönlichkeit zu Verfügung stellt beteiligt sich nicht an einem “Missbrauch” (was immer diese idiotische Wortschöpfung hier auch bedeuten soll) sondern unterstützt aktiv die Verwirklichung von Menschenrechten. Das ist Angesichts der Tatsache, dass sich Felix Rexhausen  aktiv für diese elementaren Rechte einsetzte, eigentlich nur folgerichtig und human. Das in diesen Beschreibungen schwuler Wirklichkeit noch mehr Wahrheit steckt als den rechten Moralkreischen und den angepassten schwul-lesbisch-pseudolinken Heuchlern lieb ist,  wird an anderer Stelle dieses Textes noch erwähnt werden bzw. es wird passende weiterführende Hinweise geben.

Dem völligen ideologischen Wahn verfallen (liegt bei einem katholischen Theologen jetzt auch nicht wirklich fern ) wird aus der Unterstützung sexueller Selbstbestimmung dann “Verherrlichung sexueller Gewalt an Minderjährigen” . Die Schlussfolgerung ist  in ihrer logischen Konsequenz erschreckend und entlarvt Figuren wie David Berger und Gestalten der rechten Kölner Kleinpartei als das was sie sind wenn man ihren “Vorwurf” an Felix Rexhausen einmal in sprachlich und inhaltlich korrekter Form formuliert. Man wollte die Benennung des kleinen Platzes am Kölner Hauptbahnhof nach Felix Rexhausen verhindern weil er sich politisch und persönlich für Bürger- und Menschenrechte eingesetzt hat. Damit wird offensichtlich, dass sich Pro-Köln, Herr Dr. Berger und andere in einem Kampf gegen die, in den Menschenrechten festgelegten Bürger- und Freiheitsrechte befinden und eigentlich nur zur Verstehen geben, dass  alles was der Staat seit Jahrzehnten in dieser Richtung unternimmt ihnen nicht schnell genug geht. Man ist sich dabei auch nicht zu schade dafür ein vewirrtes “Missbrauchs”Berufsopfer wie Beate Lindemann zu instrumetalisieren, die ausweislich ihres Facebooksblogs realitätsentrückt in ihrer eigenen “Opferwelt” lebt. Zudem dürfte diese Frau keinerlei Ahnung von männlicher Homosexualität in all ihren Erscheinungsformen haben und dazu gehören auch einvernehmlich-lustvolle Intimitäten zwischen Männern und Jungen. Wer keine Ahnung hat sollte bekanntlich den Mund halten.

Nun sind die vermeintlich “linksgrünen” politisch korrekten Befürworter der Benennung des Platzes nach Felix Rexhausen in Sachen Grund- Bürger- und Menschenrechten aber auch nicht besser als die rechten “Kämpfer für Moral und Anstand” wie eine Aktion der politisch angepassten LGBT-Gruppe der Linkspartei zeigt:

 

 

“Wegen Verunglimpfung eines Verstorbenen geht die LGBT-Gruppe der Linkspartei gegen David Berger sowie gegen “Pro Köln” vor. Hintergrund ist die Einweihung des Felix-Rexhausen-Platzes in Köln. Die Landesarbeitsgemeinschaft Die Linke.queer NRW hat Strafanzeige gegen den ehemaligen “Männer”-Chefredakteur David Berger und die Wählergruppe “Pro Köln” erstattet. Das teilte die LAG am Donnerstag mit. In der Anzeige geht es um Aussagen Bergers gegen den 1992 verstorbenen schwulen Journalisten Felix Rexhausen. So hatte Berger in der “Huffington Post” behauptet, der Mitbegründer der deutschen Sektion von Amnesty International sei ein “Sympathisant der Pädosexualität” gewesen und habe diese “verherrlicht”. Dabei berief sich der schwule Theologe auf ein von Rexhausen unter Pseudonym veröffentlichtes Buch “Berührungen” aus dem Jahr 1969. Es sei unerträglich, wie die Leistungen Rexhausens “nunmehr seit Monaten aus der politischen Rechten heraus diskreditiert werden”, erklärte LAG-Sprecher Frank Laubenburg. “Obwohl es keinerlei Anhaltspunkte oder Hinweise für ihre Thesen gibt, rücken Berger und ‘pro Köln’ Rexhausen in die Nähe von Pädosexualität und setzen darauf, dass schon ‘irgendetwas’ hängen bleiben wird”, so die gemeinsam mit dem Kölner Bundestagsabgeordneten Matthias W. Birkwald verfasste Erklärung. Da sich Rexhausen nicht mehr selbst wehren könne, habe man eine Anzeige wegen der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbenber nach Paragraf 189 des Strafgesetzbuches bei der Kölner Staatsanwaltschaft gestellt. (…)”

 

Quelle/volständiger Text: Queer.de Streit um Felix Rexhausen Linke erstattet Strafanzeige gegen David Berger

 

Abgsehen von der zugegeben tatsächlich vorhandenen Absicht der moralinheuchelnden Rechtsabbieger von “Pro-Köln”, David Berger und Co. Felix Rexhausen in ein schlechtes Licht zu rücken und meinentwegen nahezu zu “verunglimpfen” bleibt die Frage; womit diese “Verunglimpfung” (schwachsinniges Wort) den inhaltlich gefüllt wurde?  Die Antwort findet sich im obenstehenden Text; Felix Rexhausen sei ein ““Sympathisant der Pädosexualität” ” und werde durch diese Behauptung “verunglimpft”. Zunächst stellt sich die Frage, was die absurde und sprachlich und inhaltlich irrationale Behauptung denn überhaupt Aussagen möchte? Niemand kann Sympathisant einer sexuellen Ausrichtung/Identität sein. Das wird deutlich wenn man lediglich ein Wort austauscht und sagen würde, Felix Rexhausen wäre als Homosexueller ein “Sympathisant der Hetereosexualität” gewesen. Hier wird der komplette Schwachsinn dieser “Aussage” dann deutlich. Gesteigert würde dieser verbale Unfug noch durch die Behauptung der schwule Herr Rexhausen hätte die Heterosexualität “verherrlicht”.  Worin hier allerdings die “Verunglimpfung des Andenkens Verstorbenber nach Paragraf 189 des Strafgesetzbuches ” bestehen sollte bleibt rätselhaft in beiden Varianten. Die Warheit liegt wie üblich bei dieser Heuchelei von allen Seiten woanders. In der damaligen Zeit wurde homosexuelle Männer noch durch das Strafrecht unterdrückt und damit politisch verfolgt. Dies galt für alle Spielarten männlicher Homosexualität und auch nach den ersten Reformen des § 175 StGB insbesondere für Männer mit Interesse an sehr jungen Männern bzw. Jugendlichen. Letztlich wurden die Grund- und Menschenrechte aller männlichen Homosexuellen missachtet einschließlich so genannter “Knabenliebhaber” Als ausgewiesener Menschenrechtler muss man bereit sein sich mit einem solchen System anzulegen. Das war bei Rexhausen der Fall und somit kann festgehalten werden, dass er sich für Menschen eingesetzt hat, die wegen ihrer sexuellen Ausrichtung durch das politische System verfolgt wurden. Genau dieser Umstand wird ihm jetzt durch David Berger, “Pro-Köln” und andere Religioten und nationalkonservative Moralheuchler “vorgeworfen”.  Die vermeintlich “linksgrüne” Gegenseite inklusive der systemkonformen und lesbenversuchten Schwulenlobby nennen dies dann “Verunglimpfung des Andenkens Verstorbenber ” und behaupten damit, dass es in der heutigen verlogenen Zeit eine “Verunglimpfung” einer Person darstellt, wenn jemand behauptet, diese Person habe sich für Bürger- und Menschenrechte eingesetzt und mit Menschen sympathisiert, die infolge menschenrechtswidriger Strafgesetze Verfolgung und Repression ausgesetzt waren. Angesichs der heutigen Gesetzeslage auf diesem Gebiet und der damit einhergehenden bisweilen schwersten Menschenrechtsverletzungen hätte jemand wie Felix Rexhausen aktuell genug zu tun und würde sehr wahrscheinlich schnell selbst zu einem politisch Verfolgten durch das heutige BRD-System mutieren.

Unter lauen Protest rechter Gruppierungen wurde der Platz inzwischen eingeweiht und nach Rexhausen benannt:

 

 

“Es ist ein Ort, den man in der Regel in Eile passiert: Der neue Felix-Rexhausen-Platz hinter dem Kölner Hauptbahnhof, der am Donnerstag, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, endlich eingeweiht wurde. Ein Platz, der dem Augenschein nach keine Hausnummer hat und dem Gefühl nach eher Teil des angrenzenden Bahnhofs-Parkplatzes ist. Aber immerhin: Er ist nun laut Begleitschild einem “schwulen Journalisten und Schriftsteller” gewidmet, ein Zeichen offen schwulen Lebens, Kampfes und Trotzes über den Tod hinaus. Rexhausen habe zu Lebzeiten den Mut gehabt, “sich als bekennender Schwuler mit den Härtesten des Systems anzulegen und auch für Menschen einzutreten, die verfolgt und gefoltert werden”, sagte der grüne Bezirksbürgermeister Andreas Hupke zur Einweihung über den 1992 gestorbenen Journalisten, der neben seinem Kampf für die Emanzipation von Schwulen und Lesben auch Mitgründer der deutschen Sektion von Amnesty International war. (…) Die Ehrung Rexhausens sei “moralisch anstößig”, ließ “Pro Köln” verlautbaren.(…)”Wir lassen uns nicht von Denunziationen unter Druck setzen”, meinte Hupke unter Beifall zu den recht einseitig erhobenen und nie näher oder plausibel belegten Vorwürfen, Rexhausen sei ein Unterstützer von Pädophilie gewesen. Man müsse dem mit “Demokratie und Zivilcourage” begegnen. Die Denunziation geht vor allem auf den schwulen Polemiker David Berger zurück (…) Wie bei anderen seiner Kampagnen nutzte Berger dabei auch christlich-fundamentalistische und rechtspopulistische Webseiten zur Verbreitung seiner Botschaft. (…) Auch die rechtsextreme Wählervereinigung “Pro Köln”, von Berger als “rechtspopulistisch” verniedlicht, hörte die Signale und hatte eine Mahnwache gegen die Platzbenennung angemeldet, an der nicht mal 15 Personen teilnahmen. (…) Der stellvertretende Vorsitzende und Fraktionsgeschäftsführer Markus Wiener hatte dabei extra Broschüren der “Besorgten Eltern” über “Die verborgenen Wurzeln der modernen Sexualaufklärung” ausdrucken lassen,(…) Um die Zeit zu überbrücken, hatte “Pro Köln” zwischenzeitlich Musik eines “unschuldigen Knabenchores” einspielen lassen.”

 

Quelle/vollständiger Text: Queer.de: Felix-Rexhausen-Platz eingeweiht

 

Mitunter findet man im “Kleingedruckten” dann auch bei “Queer.de” die Bestätigung, dass Rexhausen jemand war, der sich für Verfolgte einsetzte und auch bereit war sich mit den staatlichen Unterdrückern und Menschenrechtsverletzern anzulegen. Dann macht man natürlich gleich wieder die Kehrtwende und heuchelt verlogen, dass der Geehrte natürlich kein “Untertützer der Pädophilie” gewesen sei und bedient sich dabei abermals einer schwachsinnigen Wortschöpfung. Selbstverständlich war Felix Rexhausen das was er persönlich selbst war und hat dies auch lieterarisch verarbeit und gleichzeitig hat er sich für Personen eingesetzt, die wegen ihrer Sexualität Repressionen und Verfolgung ausgesetzt waren. Dazu mögen dann auch Menschen gehört haben, die man heute mit dem künstlichen Unwort “Pädophile” beschreibt. Es sollte aber immer klar sein, dass es keine klaren Grenzen zwischen “normaler – systemkonformer Homosexualität einerseits und verteufelter Ephebophilie, Päderastie und Pädophilie andererseits gibt. Die Übergänge sind fließend und die schwule Historie und Literaturgeschichte zeigt das nur zu deutlich. Es ist schlicht Heuchelei und Selbstverleugnung die fließende Nähe zur Päderastie und letztlich auch der sogenannten “Pädosexualität” zu leugnen. Anders als in dem oben zitierten Artikelauszug suggeriert gab es mit Sicherheit keinerlei Grund für einen Menschenrechtler sich für Lesben einzusetzen, denn diese wurde zu keinem Zeitpunkt in der deutschen Geschichte jemals verfolgt oder waren irgendwelchen staatlichen Repressionen ausgesetzt. Diese “Spezies” hat in diesem Kontext eigentlich gar nichts zu suchen.  Infolge seines gesellschaftverändernden Ansatzes kann man Rexhausen durchaus im linken Spektrum verorten anderns als jene, die sich heute “grün” und “links” nennen. Die politischen Bergriffe “Rechts” und “Links” sind der widerlichen “heutigen Zeit” zudem völlig verwässert, so dass man von einer Art politischen “Rechts/Links”-Blindheit sprechen kann. Um es an einem Beispiel deutlich zu machen sind Forderungen der systemangepasten Lesben- und Schwulenlobby nach gleichberechtigter “Homoehe”, Adoptionsrecht etc….  Zeichen einer gewollten Anbiederung und Anpassung an das bestehende System. Man wünscht also eine Angleichung an ein konservativ-kapitalistisch-religös-moralisches Gesellschaftssystem, welches seit Jahrzehnten den gesellschaftspolitischen Rückwärtsgang eingeschaltet hat. Somit kann man die vermeintlichen “Linksgrünen” eher als Konservative bezeichnen, die politisch eher ins rechte Spektrum gehören. David Berger, “Pro-Köln” und Konsorten sind eben nur noch ein wenig rechter. Anders war es in der Schwulenbewegung früherer Jahrzehnte, in der man nach emanzipatorischer gesellschaftlicher Veränderung und Verbesserung strebte und ein überholtes repressives politisches System zu Recht in Frage stellte. Man kanndavon ausgehen, dass ein politisches Spektrum, welches die Bezeichnung “Links” verdient heutzutage bestenfalls noch im Untergrund existiert und vermutlich als “verfassungsfeindlich2 eingestuft wird.

Es erscheint im übrigen irgendwie absurd, dass ausgerechnet die rechtsextremen Moralapostel von “Pro-Köln” lautstark den Islam bzw. die Islamisierung (die ja tstsächlich staatlich gefördert stattfindet) Deutschlands/Europas bekämpfen. Eigentlich müssten diese rechten Moralapostel sich freuen, denn es gibt doch erstaunliche Gemeinsamkeiten zwischen der “grünen Pest” aus dem Morgenland und der Ideolgie der rheinischen Rechtsausleger. In den moralischen Aufassungen passen beide jedenfalls sehr gut zusammen und Bürger- und Menschenrechte sind beiden ein Greul. Mit  der”Scharia” werden sich die schwarzbraunen Rheinländer sicher auch noch anfreunden…..geht doch voll in ihre Richtung….

 

Die falschen Linken und die echten Rechten teilen sich zudem den zeitgeistkonformen und ideolgisch-dogmatischen Glauben an die “kindliche Unschuld”  Dass es sich hierbei um ein altes Märchen bürgerlicher Moralvorstellungen handelt hat man in der jüngeren Vergangenheit längst gewusst aber leider laufen die Uhren seit einigen Jahrzehnten rückwärts. Gleiches gilt für die durchaus natürliche und in vielen Kulturen findbare Sexualität zwischen Männern und Jungen. Würde man einmal die Augen für die Realität öffnen, so könnte man sehen, dass es sich hier um etwas sehr Natürliches handelt, dass mit Sicherheit niemanden schädigt. Dazu abschließend ein paar kleine Hinweise, die als Denkanstösse zu verstehen sind.

 

Er Moretto – Von der Liebe leben / Regiekommentar

Trailer dazu

Wenn man bedenkt, dass sich der heutige “Felix-Rexhausen-Platz” an einem Ort befindet an dem früher in freieren Zeiten einmal der sogenannte “Kinder- und Drogenstrich” war, dann passt es wieder im Sinne von Freiheitsrechten und sexueller Selbstbestimmung.

Es lohnt sich in diesem Zusammenhang auch einen Blick auf eine aktuelle Buchveröffentlichung zu werfen:

Die Leidenschaft der Unschuldigen

 

Und…in Hamburg gibt es immer noch den Hans-Henny-Jahnn-Weg

HHHJ-W

Hans-Henny-Jahnn (1894 – 1959) war ein Hamburger Schriftsteller und Dramatiker, der in vielen seiner Werke nach heutigen “Sprachgebrauch” die Knabenliebe “verherrlichte”. (Zitat: “Nur Knaben können wirklich lieben“) Ausweislich seiner autorisierten Biographie setzte sich der bisexuelle Hans-Henny-Jahnn bereits in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhuhnderts offen für die Entskriminalisierung der sogenannten “Pädosexualität” ein.

 

HansHennyJahnn - Gedankstein

 

zu Felix Rexhausen siehe auf dieser Webseite auch:

 

ideologischer Wirrwarr um Felix Rexhausen und andere Verwirrungen

Skandalöser Demagoge

Nochmals Felix Rexhausen – “Queere” Anbiederung vs. schwul – katholische Demagogie

 

 

 

rexhausen-und-platz-koeln

Felix-Rexhausen-Platz-Standort

 

Felix _Rexhausen_Beruehrungen

rexhausen-platz-einweihung-leute-

rexhausen-platz-einweihung-gabel-pro-koeln

david-berger-geht-470-

queer.de_schwul_desinformiert

Heuchler_02

 

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