Kein Kinderkram…

[ Autor von diesem Artikel: Leonard Forneus ] [ Verfasst am 01 Juli 2017 ]

...ist es im strafrechtlichen Sinne (jenseits von Menschenrechten und Rechtsstaat) wenn Jugendliche oder erst recht Kinder (Personen unter 14 Jahren) von ihrer sexuellen Selbstbestimmungsfähigkeit Gebrauch machen und in die Mühlen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Justiz geraten. Wenn einer der Sexualpartner auch nur einen Tag unter 14 Jahre alt war sind Hexenprozess und Verurteilung die zwangsläufige Konsequenz. Aber auch wenn beide bzw. alle Beteiligten an einer nach §§ 174, 176, 176a, 182 StGB inkriminierten Handlung unter 14 Jahre alt sind kommt es zu Ermittlungen, die in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst werden. Mehr zu diesen Zusammenhängen im nachfolgenden Artikel. 

Wenn es zwischen Teenagern zu sexuellen Handlungen kommt kann dies durchaus vor einem Hexentribunal-light (Jugendgericht) enden und trotz Anwedung des milderen Jugendstrafechts dazu führen, dass der/die Ältere zeitlebens als Sexualstraftäter (“Kinderschänder”) stigmatisiert in den Akten der Behörden bzw. im Zentralregister verbleibt. Nachfolgend ein kleines Beispiel dafür aus der Presselandschaft:

 

 

“Ein 15-Jähriger ist am Donnerstag zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit und einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt worden…(…) Nach einer Phase des Kennenlernens in der Ulmer Fußgängerzone bandelten die beiden miteinander an. Erst küssten sie sich, dann überredete der 15-Jährige das Mädchen offenbar dazu, in einer öffentlichen Toilette Oralverkehr mit ihm zu haben. Gewalt sei keine im Spiel gewesen. Als sich die 13-Jährige später ihrer Mutter offenbarte, suchte diese jedoch gemeinsam mit der Tochter die Ulmer Polizei auf. (…) Vor Gericht habe sich der strafrechtlich bisher unauffällige Jugendliche geständig gezeigt (…)Der Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer dreiwöchigen Arreststrafe kam der Richter schließlich nicht nach. Aus erzieherischen Gründen sei seiner Meinung nach ein Arrest in diesem Fall nicht sinnvoll. (…)”

 

Quelle/vollständiger Text:  Augsburger Allgemeine:  Neu-Ulm – Sex mit 13-Jähriger: Junge (15) wegen Kindesmissbrauchs verurteilt

 

Wie sich unschwer erkennen läßt handelt es sich hier um freiwillige, gewaltlose Sexualität, die eigentlich (in einem Rechtsstaat, der die Menschenrechte achtet und seine Strafgesetzgebung daran orientiert) Privatsache sein sollte aus der sich eine Staatsgewalt herauszuhalten hat. Trotz des für die heutige Zeit erstaunlich geringen Strafmaßes selbst bei Anwedung des Jugendstrafrechts sei hier erwähnt, dass hier die Anklage nach § 176a StGB erfolgen musste, da es sich per Definition um so genannten “schweren sexuellen Missbrauch von Kindern” handelt, da Oralverkehr zwangsläufig mit dem “Eindringen in den Körper” verbunden ist. Zwar fiel das Urteil “milde” aus aber es bleibt hier trotzdem eine Menschenrechtsverletzung infolge eines Justizvergehens und ein Justizopfer als Ergebnis übrig, denn es gibt weder ein Opfer noch einen Schaden oder ein tatsächliches Rechtsgut, welches hier eins strafrechtliches Schutzes bedürfe. Die Staatsanwaltschaft wollte mit einer Kurzzeit-Einkerkerung für eine nachdrücklich spürbare Schädigung beim Justizopfer sorgen. Letztlich bleibt der heute 15-jährige für den Rest seines Lebens als “Sexualstraftäter” behördlich registriert. Es ist hier noch anzumerken, dass ein derart mildes Urteil mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht zustande gekommen wäre hätte es sich um zwei Jungen im Alter von 15- und 13 Jahren gehandelt, da hier der Normverstoss als gravierender “empfunden” worden wäre. Die Heteronormativität dieses “Falles” mag ein härteres Urteil verhindert haben.

Nun bedarf es aber nicht unbedingt eines rechtskräftigen Urteils in einem Strafverfahren um “Sexualstraftäter” bzw. “Kinderschänder” im juristischen Sinne zu produzieren, denn die oben genannten grundgesetzwidrigen Strafparagraphen finden grundsätzlich Anwendung, denn es handelt sich weitgehend um so genannte “Offizialdelikte” (abgsehen vom § 182 StGB), d. h. Polizei und Staatsanwaltschaft sind bei Bekanntwerden solcher “Taten” verpflichtet zu ermitteln unabhängig vom Alter des “Täters”. Zwar sind Personen unter 14 Jahren (“Kinder”) nicht strafmündig aber auch gegen diese wird ermittelt und eine “Straftat” festgestellt und behördlich erfasst, wie der folgende Auszug aus der polizeilichen Kriminalstatistik 2016 zeigt:

 

Ermittlungsverfahren zu Sexuellem Missbrauch §§ 176, 176a…ff

Täteralter weibliche Tatverdächtige:

  • unter 6 : 2
  • 6 bis 7 : 1
  • 10 bis 11 : 16
  • 12 bis 13 : 37

 

Täteralter männliche Tatverdächtige:

  • unter 6 : 6
  • 6 bis 7 : 39
  • 8 bis 9 : 79
  • 10 bis 11 : 160
  • 12 bis 13 : 452

 

(Quelle: Jungsforum: Zwei Paar Schuhe – Polizeiliche Kriminalstatistik 2016)

 

Ausser dem Umstand, dass sich weibliche und männliche Sexualität vermutlich doch signifkant unterscheiden zeigt sich hier sehr deutlich, dass Sexualität eine angeborene menschliche Eigenschaft ist, die auch unabhängig von der Geschlechtsreife bereits im Kindesalter voll funktionsfähig ist, vermutlich deutlich ausgeprägter als bei älteren Erwachsenen. Ausgehend von den zugrundeliegenden verfassungswidrigen irrationalen bereits genannten Strafparagraphen werden auch hier vor allem selbstbestimmte, freiwillige und gewaltlose Handlungen erfasst bei denen es weder “Täter” noch “Opfer” gibt und die in einem funktionierenden Rechtsstaat, der die elementaren Grundrechte seiner Bürger  achtet reine Privatsache sein sollten. Grund- und Menschenrechte gelten übrigens altersunabhängig und somit auch uneingeschränkt für Kinder und Jugendliche. Würde man diese Tatsache konsequent beachten bräuchte man keine Modethemen wie “Kinderrechte” hinter denen sich in aller Regel nur deren komplette Entrechtung verbirgt. Strafbar sind hier ausserdem nicht nur Handlungen sondern auch verbales Einwirkung unter Verwendung von Medien bzw. das Verfügbarmachen jeglicher Pornographie .(darunter können nach der letzten grundgesetzwidrigen Verschärfung auch reine Aktbilder oder gar Bilder von tatsächlichen oder vermeitnlichen “Minderjährigen” fallen die bekleidet sind aber irgendwie “posieren”) Alles dies fällt unter den strafrechtlichen Begriff des “sexuellen Missbrauch von Kindern” und wird wie Leser dieser Seite wissen bei Erwachsenen extrem hart bestraft bis hin zum echten lebenslangen wegsperren ohne Hoffnung auf Entlassung zu Lebzeiten.  Nach Wortlaut dieser mehrfach erwähnten “Missbrauchs”paragraphen wären auch so genannten “Doktorspiele” unter Kinder im höchsten Maße strafbar und selbst die Selbstbefriedigung eines unter 14-Jährigen stellt per Definition einen “sexuellen Kindesmissbrauch” dar. Hier wird eines dann sehr deutlich; Es geht hier nicht um den Schutz von Kindern vor irgendeiner Schädigung (die es hier gar nicht geben kann) sondern um die Verhinderng eines politisch unerwünschten Sozial- und Sexualverhalten bei dem Kindern und Jugendliche letztlich für staatspolitische Ziele wie die Etablierung eines Täter– und Gesinnungsstrafrechts missbraucht werden.

Werden nun im Resultat der “Ermittlungen” aus den obigen “Tatverdächtigen” dann “Täter”, dann werden auch diese Kinder behördlich als “Sexualstraftäter” erfasst und gespeichert. Die Strafunmündigkeit schützt zwar vor strafrechtlicher Verfolgung aber nicht unbedingt vorn spürbarer Strafe. In vielen anderen Staaten wie unter anderem die USA oder Großbritanien landen auch Kinder unter um Umständen für lange Jahre im Strafvollzug wenn sie bei unerwünschter selbstbestimmter Sexualität erwischt worden oder bei der digalen Erstellung von Kinder– oder Jugendpornographie von sich selbst ertappt wurden.  Diese fürchterlichen Zustände haben wir in der deutschen Bananenrepublik zwar noch nicht aber auch hierzulande gibt es seit vielen Jahren längst geschlossene Einrichtungen für Jungen (natürlich nur Jungen), die ein unerwünscht sexuell emanzipiertes Verhalten gezeigt haben und nun per Gehinrwäsche wieder zwangsnormiert werden  als funktionierendes Ausbeutungsmaterial fürs System.

Siehe hier unter anderm auch:

 

Das Lügenmärchen von der „kindlichen Unschuld“ (I)

 

Das Lügenmärchen von der „kindlichen Unschuld“ (II)

Buchtipp: Uncle Sam’s Sexualhölle erobert die Welt…

BRD-Sexualstrafrecht – ein vergifteter USA-Import

Welche Anforderungen muß ein Strafgesetz erfüllen?

Das impotente Kind – Sexualmoral vs. Ethik (GiGi Nr. 38)

 

Positionen zur Sexualpolitik – von Kurt Hartmann

 

und andere mehr….

 

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