“Kinderporno”- Hysterie an schweizer Schulen

[ Autor von diesem Artikel: Leonard Forneus ] [ Verfasst am 02 April 2018 ]

Um eine Moralpanik bezüglich vermeintlicher “Kinderpornographie” auszulösen braucht man inzwischen weder einen tatsächlichen “Porno” noch Kinder. Diesen grotesken Wahnsinn führt uns einmal wieder unser sprachbehinderter südwestlicher Nachbar in den Alpen vor. Wie bereits in mehreren Artikeln berichtet (siehe u. a. hier und hier) nimmt die Zahl von Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Länderns merklich zu, die infolge selbstbestimmt erstellter “Kinder– und Jugendpornographie” durch die Staatsgewalt in menschenrechtsverletzender Art verfolgt werden. In der Schweiz kommt der Umstand hinzu, dass bereits Kinder ab 10 Jahren mit allen Konsequenzen strafrechtlich verfolgt und verurteilt werden können. Nun sorgte ein Scherz-Video von 20 Sekunden für einen Ausbruch schwerer Moralhysterie. Mehr dazu im folgenden Artikel.

Zwei Jungen im Teenageralter erlaubten sich 2015 einen Witz und simulierten in einem Mini-Video von 20 Sekunden schwulen Geschlechtsverkehr und blieben dabei aber vollständig bekleidet, wobei lediglich die Hose des einen “Darstellers” etwas verrutschte. Völlig unkritisch und der von oben verordneten Unlogik folgend berichtet die Systempresse wie üblich in Form von angepasster Hofberichterstattung. Daraus einige Auszüge:

 

 

“Ein Kinderpornografie-Fall erschüttert das Appenzellerland: Am St.Antonius Gymnasium in Appenzell wurde ein Kinderporno von einem Minderjährigen hochgeladen und auf Social Media geteilt. Es ist nicht das erste Mal, dass an einer Ostschweizer Schule kinderpornografisches Material kursiert. Im Oktober vor drei Jahren verbreitete sich im Primaschulhaus Grossacker in St.Gallen unter den Schülern ein kinderpornografisches Video. Die Schulleitung teilte damals in einem Elternbrief mit, dass das Video in einem Gruppenchat verbreitet wurde. Die Mehrheit der Schüler des Primaschulhauses bekamen das Video zu Gesicht. Im Video sah man zwei minderjährige Knaben, die Geschlechtsverkehr simulierten. Beide Jugendlichen waren bekleidet und standen hintereinander. Der hintere Knabe griff dem anderen unter dem T-Shirt mit den Händen an die Brust. Am Ende des Films sah man kurz das Glied des hinteren Knaben (…) Im Zusammenhang mit diesem Video wurde im Dezember 2015 eine Person wegen Besitzes und Verbreitung pornografischen Inhalts verurteilt. Wo das Video aufgenommen wurde, wie alt es ist und wie die verurteilte Person an das Video kam, konnte nie abschliessend geklärt werden. Damals war nur klar, dass das Video bereits in anderen Kantonen aufgetaucht war. Wie mittlerweile bekannt ist, ist in Appenzell dasselbe Video aufgetaucht. Caius Savary von der Jugendanwaltschaft Appenzell war derjenige, der die Schüler am Mittwochmittag über den Vorfall informierte. «Gewissen Kindern und Jugendlichen war nicht unbedingt klar, dass es sich beim Besitz von kinderpornografischen Dateien um ein schweres Delikt handelt.» Aktuell wird das Video, das auf dem Handy eines Jugendlichen gefunden wurde, untersucht. Der Prorektor der Schule sagte in einer Mitteilung, dass das Video auf dem Server der Schule hochgeladen und verbreitet wurde. «Wir wissen auch, von wem der Junge das Video hat.» Welche Strafe die Person erwartet und ob noch weitere Schüler mit einem Strafverfahren rechnen müssen, ist derzeit unklar. (…) Jegliches Weiterleiten in Gruppen, kann strafbar sein. Vor sechs Jahren tauchte ein Video einer Jugendlichen aus dem Kanton Zürich auf, welche sich mit einer Eistee-Flasche befriedigte. Das Video schaffte den Weg ins Internet und zirkulierte in den sozialen Medien. Die Jugendliche im Video musste sich Ende 2012 wegen Herstellung von Kinderpornographie verantworten. (…)

 

(…)

 

In St.Gallen sind zahlreiche Primarschüler in Kontakt mit Kinderpornographie gekommen. Die Polizei hat einen Tatverdacht ermittelt. Im Primarschulhaus Grossacker in St.Gallen ist diese Woche ein Video mit kinderpornographischem Inhalt aufgetaucht. In einem Elternbrief, welcher der Ostschweiz am Sonntag vorliegt, teilte die Schulleitung mit, dass das Video in einem Gruppenchat verbreitet worden sei, dem viele Schüler der sechsten Klasse angehörten. Inzwischen habe auch die Mehrheit der übrigen Kinder der Schulstufe das Video gesehen. (…) Die Produktion, der Konsum und die Verbreitung von kinderpornographischem Bildmaterial sind in der Schweiz verboten. Das gilt sowohl für Erwachsene als auch Minderjährige. (…) Dies gilt selbst dann, wenn ein Minderjähriger sexuelle Handlungen an sich selbst vornimmt und dies festhält. (…) Die Schulleiterin Carol van Willigen sagt, dass sie das Video nicht gesehen habe. «Ich habe auch die Lehrpersonen angewiesen, sich den Film nicht anzusehen – schliesslich wäre das ja illegal.» (…)

 

Quellen/vollständige Texte:

fm1today: Wieder Kinderporno an Ostschweizer Schule (Von Lara Abderhalden)

Tagblatt.ch: Kinderpornos kursieren an St.Galler Schule

 

Ein eher als Scherz Jugendlicher gedachtes Video von weniger als einer halben Minute löste bereits 2015 eine verheuchelte Moralpanik aus und ist offensichtlich dazu geeignet drei Jahre später abermals für hysterische Furore zu sorgen. “Glücklicherweise” geraten nicht mehr der zahllosen virtuell selbsterstellten Zeugnisse sexueller Selbstbestimmungsfähigkeit in die Hände der verlogenen Moralhysteriker, denn dann könnten sie ihre Schulen gleich in Knäste umwandeln. Grundsätzlich ist es schon schlimm genug und mit dem Prinzip eines Rechtsstaates unverinbar Menschen für den Besitz bzw- Wahrnehmung von Informationen strafrechtlich zu verfolgen unabhängig vom Inhalt der Informationen bzw. Bilder und Videos. Doch hier handelt es sich ja immer mehr um Handlungen, die für sich genommen keineswegs strafbar sind. Die menschenrechtswidrige Gesetzeslage in der Schweiz scheint hier jener der deutschen Bananenrepublik sehr ähnlich zu sein.  Spätestens seit der heutige Außenminister Heiko  Maas mit jenem Gesetzespaket, dass auch als “Lex Edathy” bezeichnet wird als Justizminister die letzten Reste eines Rechtsstaat in die Tonne getreten hat können nach Belieben der Strafjustiz (mangels Einhaltung des in der Verfassung verankerten Bestimmtheitsgrundsatzes) auch Bilder/Filme zur “Kinder-” bzw. “Jugendpornographie” erklärt werden, die weder eine sexuelle Handlung noch Nacktheit beinhalten sondern eben nur irgendeine nicht näher bestimmte Art des “Posierens” zeigen. In der Schweiz schein die menschensrechtswidrige Unrechtslage tatsächlich sehr ähnlich zu sein. Zudem unterscheidet man dort nicht zwischen “Kinder- und Jugendpornographie und erklärt alle Personen unter 18 Jahren bzw. Personen, die so aussehen als könnten sie jünger als 18 sein pauschal zu “Kindern”entsprechend des von der EU übernommenen US-Diktats.  Die Strafbarkeit der reinen Wahrnehmung von inkriminierter “Pornographie” wurde auch mit dem oben erwähnten Gesetzepaket strafrechtlich eingeführt und auch hier gibt es offensichtlich eine Entsprechung in dem kleinen radikalkapitalistischen Alpenstaat. Dies zeigt sich unter anderem an der Hysterie der Schulleiterin der Primarschule (entspricht in der BRD einer erweiterten Grundschule), die allein das Anschauen dieses harmlos verklemmten Scherzvideos zweier pubertierender Jugendlicher als “schlimme Straftat erkennt” und ihre Mitarbeiter entsprechend dienstlich anweist.  Trotzdem verbreitete sich dieses kleine, eigentlich völlig unwichtige Video, über die Jahre durch viele Schulen inverschiedenen Kantonen und rief jetzt in Appenzell den Staatsanwalt (“Jugendanwaltschaft” bedeutet in der Schweiz Jugendstaatsanwaltschaft) auf den Plan um die “kleinen Schlingel” strafrechtlich zu verfolgen, denn in der Schweiz können auch 10-jährige Grundschüler bereits verfolgt, verurteilt und eventuell auch weggesperrt werden. Eine Person wurde ja bereits infolge dieser Informationswahrnehmung in menschenrechtsverletzender Weise verurteilt.  Der komplette Irrsinn zeigt sich in in erschreckender Deutlichkeit wenn in unterwürfiger triefender Heuchelei betont wird, dass es sich bei dem Besitz “kinderpornographischer Dateien” um ein “schweres Delikt” handelt. Schlimmer geht es kaum noch aber es zeigt sich in aller Härte für die betroffenen Kinder und Jugendlichen, dass es hier nicht um ihren “Schutz” (vor welchem ideologischen Hirngespinst auch immer) geht sondern um ihre Anpassung an ein politisches System welches sexuelle und auch soziale Selbstbestimmung für immer älterer junge Menschen nicht vorsieht und als Gefahr für das repressive religiös-kapitalistische System betrachtet. Somit werden die vermeintlichen “Opfer” zu “Tätern” eines “Selbstmissbrauchs” und  schließlich zu Justizopfern mit dem Stigma des Sexualstraftäters.  Das dies auch gilt wenn Kinder und/oder Jugendliche sexuelle Handlungen an sich selbst vornehmen und diese filmen oder fotografieren wird ja in dem zitierten Artikel ausdrücklich erwähnt und somit haben wir dann die Strafbarkeit des “sexuellen Selbstmissbrauchs” mit dem/der Betreffenden als “Täter” und “Opfer” in Personalunion. Somit wird klar erkennbar, dass es hier um eine einheitsideologische politsche Zwangsanpassung von jungen Menschen geht um so etwas wie Selbstbestimmung und Emanzipation mit aller Staatsgewalt zu verhindern, denn das System braucht Menschenmaterial das gehirngewachen im Gleichschritt maschiert und sich widerstandslos manipulieren und ausbeuten lässt.  Seitens der Systempresse gibt er hier natürlich keinerlei Kritik, den Gesetze gerade in diesem Bereich sind sakrosankt und dürfen keinesfalls hinterfragt werden. Abermals werden Kinder- und Jugendliche für denkbar mieseste politische Ziele instrumentalisiert und missbraucht mal als “Opfer” mal als “Täter” oder auch beides in einer Person. Es ist einfach nur widerlich wie der Staat sich hier ohne jegliche öffentliche Kritik schamlos an Kindern und Jugendlichen vergehen darf.

Für weitere thematisch relevante Informationen und Details siehe hier unter anderem auch:

Auch kein Kinderkram…

Nichts ist unbeliebter als die Wahrheit

Die spinnen die Dänen – Jugendliche werden Opfer einer Hexenjagd wegen “Verbreitung von Jugendpornographie”

Das Lügenmärchen von der “kindlichen Unschuld” (II)

Schweiz: Immer mehr Kinder und Jugendliche werden zu “Sexualstraftätern”….

Kein Kinderkram…

Buchtipp: Uncle Sam’s Sexualhölle erobert die Welt…

BRD-Sexualstrafrecht – ein vergifteter USA-Import

Bild-Zeitung hetzt nach Stürmer Art und das Systemfernsehen macht Propaganda für Hardcore- Gehinrwäscher

Welche Anforderungen muß ein Strafgesetz erfüllen?

Wie ein paar Nackte ein politisches Chaos anrichten oder…

Hexenjäger – auf den Hund gekommen

Und nach dem Raubzug folgt die Inquisition…

Missbrauchsmythos, Kinderschänderwahn und die Folgen…

Das impotente Kind – Sexualmoral vs. Ethik (GiGi Nr. 38)

Und noch einmal – Hexenjäger auf Raubzug

Blick auf einen „schlimmen Menschen“ – Der Hexenjäger von Siegburg

Pubertätsmystik- extended- von Kurt Hartmann

Sexualstrafrecht – Justizverbrechen – Menschenrechtsverletzungen Grundrechteabbau – totalitärer Staat

Pornografie und Jugend – Jugend und Pornografie (Prof. Dr. habil. Kurt Starke )

u. v. a. m.

 

 

 

 

Eine Antwort zu ““Kinderporno”- Hysterie an schweizer Schulen”

  1. heimann sagt:

    Diese Art der Selbstentlarvung ist grundsätzlich zu begrüßen. Die Moralhysteriker zeigen sich in ihrer ganzen Lächerlichkeit und machen sich Feinde. Möglichst viele Jugendlichen sollten Selfies von sich selber und ihrer Nachkteit machen und massenhaft verbreiten! “Obszönes” darf ruhig auch dabei sein. Der damit ausgelöste Verfolgungswahn soll ruhig die kleine Alpenrepublik vor der ganzen Welt lächerlich machen.

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